Psychosomatische Erkrankungen im höheren Lebensalter

Psychosomatische Erkrankungen kommen im höheren Lebensalter etwa gleich häufig vor wie in jüngeren Jahren, nur ein verschwindend kleiner Teil dieser Patientinnen und Patienten wird aber psychotherapeutisch behandelt, obwohl die Prognose dieser Erkrankungen gut ist.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um depressive Erkrankungen oder körperliche Symptome, für die keine organischen Ursachen gefunden werden können (so genannte „somatoforme Störungen“).


Die Hintergründe für diese Erkrankungen sind vielfältig und können grob in 3 Gruppen eingeteilt werden:

Bei einer Gruppe hängen die Beschwerden eng mit den Herausforderungen zusammen, die der Prozess des körperlichen Alterns für uns bedeutet. Die damit verbundenen Einschränkungen, die sich zwar hinauszögern, aber letztlich nicht verhindern lassen, stellen aber auch den größten Anreiz für unsere psychische Weiterentwicklung im Alter dar. Denn es gilt, sich diesem körperlichen Alternsprozess zu stellen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und dafür Bewältigungsstrategien zu finden.

Bei einer zweiten Gruppe kommt es zu einem Wiederaufleben eines lebenslang bestehenden Konfliktes, etwa wenn eine Frau mit zeitlebens eher abhängigen Beziehungsmustern plötzlich allein zurückbleibt.

Die Reaktivierung alter traumatischer Erfahrungen durch im Alter verstärkt wieder erlebte Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit stellt die dritte Gruppe dar. Gerade die „Kriegskindergeneration“ der Jahrgänge 1930-45 ist hiervon stark betroffen, wenn die zeitlebens erfolgreich getätigte Verdrängung dieser Traumatisierungen nicht mehr gelingt.

 

Psychiatrische Erkrankungen im höheren Lebensalter

Prinzipiell betreffen alle psychiatrischen Erkrankungen auch das höhere Alter, den Schwerpunkt der psychiatrischen Erkrankungen bilden hier aber dementielle Entwicklungen.

Stationäre psychiatrische Aufenthalte haben bei dementiellen Entwicklungen ihren Stellenwert v.a. im Bereich der diagnostischen Abklärung, bei krisenhaften Zuspitzungen und/oder bei Auftreten zusätzlicher psychischer oder körperlicher Symptome.


Da dementielle Prozesse durch viele Erkrankungen und Faktoren bedingt oder beeinflusst werden können, ist die sorgfältige diagnostische Abklärung obligat.

 

Therapie psychischer Erkrankungen im höheren Lebensalter

Die Behandlung älterer Menschen erfolgt in der Burghof-Klinik analog zur Behandlung jüngerer, wird aber natürlich den individuellen Möglichkeiten angepasst. Eine „geronotpsychosomatische“ oder „gerontopsychiatrische“ Abteilung im engeren Sinn gibt es nicht, da wir gerade das Miteinander verschiedener Generationen als für alle Seiten sehr bereichernd erleben.

Entsprechend erfolgt die Behandlung dem aufgetretenen Krankheitsbild gemäß.

 

Therapie dementieller Erkrankungen

Im Vordergrund stehen hier:

  • das Erkennen und Bekämpfen körperlicher, psychischer oder sozialer, die Demenz verstärkender Faktoren
  • der Versuch, die Erkrankung zumindest zeitweise in ihrem Fortschreiten aufzuhalten (u.a. durch Medikamente)
  • die Behandlung körperlicher Erkrankungen, die die Demenz oft intensiveren
  • die Beschränkung von Medikamenten auf das notwendige Minimum und die sorgfältige Beachtung von Neben- und Wechselwirkungen
  • das Förden von körperlichen und geistigen Ressourcen
  • die Beratung und Entlastung von Angehörigen