Hierunter wird eine Gruppe unterschiedlicher Krankheitsbilder zusammengefasst, die mit Veränderungen in folgenden Bereichen verbunden sein können:

 

  • Veränderungen im Denken
    (z.B. keine oder ganz viele Gedanken im Kopf zu haben, Gefühle, dass die Gedanken von außen entzogen werden oder Andere meine Gedanken lesen können, Gedanken, Andere wollen mich schädigen oder sind in der Lage, mich zu beeinflussen oder zu schädigen)
  • Veränderungen der Gefühle
    (z.B. keine oder ganz andere, oft sehr intensive Gefühle zu haben)
  • Veränderungen der Wahrnehmung
    (z.B. Menschen reden hören, obwohl niemand da ist, Dinge sehen, die nicht da sind, Stimmen hören, die sich unterhalten, Befehle geben etc., Veränderungen von Geruch und Geschmack, viel empfindsameres, intensiveres Wahrnehmen)
  • Veränderungen im Verhalten
    (z.B. aktiver sein als sonst oder sich völlig zurückziehen, sich sehr „eigenwillig“ verhalten, nicht mehr schlafen können)
  • körperliche Veränderungen
    (z.B. können Teile des Körpers als fremd oder verändert erlebt werden, die Temperaturwahrnehmung kann sich verändern, Körpermissempfindungen können auftreten)


Grundsätzlich werden so genannte „Plussymptome“, d.h. Symptome, die zusätzlich zum normalen Erleben wahrgenommen werden (wie Stimmenhören, Wahnerlebnisse, innere Unruhe etc.) von so genannten „Minussymptomen“ unterschieden, die eine Verringerung des sonst üblichen Erlebens beinhalten (wie Antriebslosigkeit, fehlende Energie, sozialer Rückzug, Niedergeschlagenheit etc.).


Man geht davon aus, dass bei der Entstehung dieser Erkrankungen mehrere Faktoren zusammenwirken: genetische Faktoren, Störungen in bestimmten Hirnregionen bzw. im Bereich der Neurotransmitter sowie psychosoziale Faktoren, die zu einem Versagen der Stressverarbeitung und der Bewältigungsmechanismen führen.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Schizophrenien

1. Herstellen eines geeigneten Behandlungsrahmens

Bei Überwiegen einer „Plussymptomatik“ ist in der Regel zunächst eine Entlastung und die Möglichkeit zum Rückzug erforderlich. Zur Behandlung einer „Minussymptomatik“ muss das individuell richtige Maß zwischen Aktivität und Anregung einerseits und Entlastung andererseits gefunden werden.


Wenn im Rahmen der Krankheitssymptomatik eine akute Gefährdung der eigenen Person (etwa durch unkontrollierbare Suizidgedanken) oder anderer Personen (z.B. durch eine verzerrte Wahrnehmung anderer Menschen) vorliegt, ist vorübergehend auch eine geschlossene Unterbringung notwendig (PsychKG).

 

2. Medikamentöse Behandlung

Da die Gruppe der schizophrenen Erkrankungen mit Störungen v.a. des „Botenstoffes“ Dopamin im Gehirn einhergehen, stellt die Behandlung mit so genannten Neuroleptika, die diese Störungen beseitigen können, eine unverzichtbare Säule in der Therapie dar.


Der Einsatz aller Medikamente erfolgt unter sorgfältiger Überwachung von Wirkungen, Nebenwirkungen und Dosierungen. Wir legen Wert darauf, unsere Patientinnen und Patienten ausführlich über die eingenommenen Medikamente zu unterrichten und damit auch eigene Entscheidungen und Mitsprachemöglichkeiten zu fördern.

 

3. Informationsvermittlung über die Erkrankung, ihre Behandlung und über individuelle Frühwarnzeichen und Bewältigungsmechanismen durch

  • psychoedukative Gruppe für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Erkrankungen
  • Einzelgespräche mit dem Bezugstherapeuten

 

4. Stärkung von Selbstvertrauen, Fördern sozialer Kompetenzen durch

  • soziales Kompetenztraining

 

5. Aktivierung von Ressourcen und Fördern gesunder Anteile durch

  • Gestaltungstherapie
  • Tanztherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen

 

6. Hilfestellung bei psychosozialen Problemen, Planung der nachstationären Weiterbehandlung

  • Einzelgespräche mit dem Bezugstherapeuten
  • Sozialarbeiterische Sprechstunde