Woran ist eine Depression erkennbar?

Ein Gefühl der Niedergeschlagenheit, der Erschöpfung und den Wunsch, sich zurückzuziehen kennt jeder. In bestimmten Situationen, etwa dem Verlust eines wichtigen Menschen, sind diese Gefühle wichtig, um uns vom Alltag zu distanzieren und die Kraft zu finden, diesen Verlust zu verarbeiten.

 

Hält dieses Gefühl aber dauerhaft an oder kommt es gar dazu, dass jemand das Interesse an sonst wichtig erlebten Dingen verliert, sich nicht mehr richtig freuen kann und bereits kleine Belastungen als überfordernd und erschöpfend erlebt, dann hat sich das Zustandsbild einer Depression entwickelt. Oft treten Ein- oder Durchschlafstörungen hinzu, es kommt zu ständigem Grübeln, ohne dass sich Lösungen ergeben, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Meist ist dies verbunden mit Unruhe und Ängsten, die Zukunft liegt wie ein lichtloser Tunnel vor einem, Selbstzweifel entstehen und werden beherrschend.

Depressionen sind häufig, fast jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer ernstzunehmenden depressiven Erkrankung.

 

Wege aus der Depression

1. Informationsvermittlung und Vermittlung von Bewältigungsmöglichkeiten

Geeignete Therapieverfahren:

  • Depressionsgruppe
  • Einzelgespräche
  • Psychoedukative „Abend“ - Gespräche

 

2. Erkennen und Verstehen zugrunde liegender Konflikte

Depressionen liegen häufig Konflikte zugrunde, die oft dem Bewusstsein nicht zugänglich also unbewusst sind. Diese sollten behutsam bewusstgemacht werden um Lösungen, d. h. alternative Erlebens- und Verhaltensweisen zu ermöglichen. Des weiteren sollten Lösungsmöglichkeiten für zwischenmenschliche Konflikte erarbeitet werden. Dieser Prozess kann im Rahmen folgender Therapieverfahren erfolgen bzw. unterstützt werden.

  • Psychodynamische Einzelgespräche
  • Psychodynamische Gruppenpsychotherapie
  • Psychodramatherapie
  • Depressionsgruppe (Interpersonelle Psychotherapie)
  • Emotionsgruppe

 

3. Medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka, vor allem Antidepressiva

Antidepressiva haben sich im hohen Maße bei der Behandlung von Depressionen bewährt. Sie werden in der Burghof-Klinik nach sorgfältiger Prüfung der Indikation und unter sorgfältiger Überwachung der Wirkungen, Nebenwirkungen und Dosierungen verabreicht. Es ist uns wichtig, unsere Patientinnen und Patienten über die Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Alternativen intensiv zu informieren, um ihnen Mitsprachemöglichkeiten einzuräumen und gemeinsame Entscheidungen zu finden.

 

4. Aktivierung von Ressourcen und Förderung s. g. „gesunder“ Anteile

Menschen, die an einer Depression leiden, fühlen sich abgeschnitten von allem positiven Erleben, aber auch von den eigenen Fähigkeiten und Potentialen. Diese müssen wieder aktiviert werden um Erfolgserlebnisse, aber auch ein Genießen angenehmer Aktivitäten zu ermöglichen. Therapeutisch kann dies unter anderem durch folgende Angebote unterstützt werden:

  • Genusstraining
  • Entspannungsverfahren
  • Einzelgespräche
  • Soziales Fertigkeitstraining
  • Tanztherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Kunsttherapie
  • Kognitives Training zur Schulung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und zur kognitiven Aktivierung
  • Körperliche Aktivierungsangebote

 

5. Stärkung von Selbstvertrauen, Fördern sozialer Kompetenzen

Depressionen gehen fast immer mit einer schweren Einschränkung des Selbstwertgefühles und Selbstzweifeln einher. Dies führt zu Unsicherheiten im menschlichen Kontakt, zu Rückzugsverhalten und Isolation. In der Therapie wird das Selbstvertrauen gestärkt, die Wahrnehmung eigener Gefühle und Wünsche verbessert, deren Ausdruck im Kontakt mit anderen gefördert. Gleichzeitig erfolgt eine vermehrte Sensibilisierung für Gefühle und Wünsche des anderen, was ein positives, konstruktives Miteinander möglich macht.


Hierzu kommen folgende Therapieverfahren zur Anwendung:

  • Psychodynamische Gruppenpsychotherapie
  • Psychodramatherapie
  • Strukturgruppe
  • Problembewältigungsgruppe
  • soz. Fertigkeitstraining
  • Tanztherapie
  • Verschiedene Formen der Musiktherapie
  • Kunsttherapie
  • Gestaltungstherapie

 

6. Regulation von Spannungs- und Unruhezuständen, Erfahren von Entspannung und körperlichem Wohlbefinden

Hierzu geeignete Therapieverfahren:

  • Entspannungstherapien
  • Sensitivtherapie
  • Feldenkraistherapie
  • Ich-stärkende Hypnosetherapie